Neulich im Waffenladen
Vor kurzem betrat die ChefRed S.L. einen Waffenladen. Sie hatte einen geschlossenen
Umschlag in der Hand.
Der Waffenhändler, er war neugierig, schielte auf den Brief. Die Anschrift war
mit aus Zeitschriften ausgeschnittenen Buchstaben auf den Umschlag geklebt worden.
Es war eindeutig: ein Drohbrief!
S.L. erklärte: "Jemand hat mir gerade diesen Brief in die Hand gedrückt.
Ich habe ihn noch nicht gelesen, aber ich befürchte, es ist ein... naja, ein
sehr unfreundlicher Brief. Deshalb hätte ich gerne ein Messer!"
Der Verkäufer glaubte, ein großes Geschäft machen zu können. Er
versuchte, S.L. zum Kauf einer teuren Schußwaffe zu überreden.
Er fragte sie: "Sie sind doch im Besitz eines Waffenscheins, oder...?"
- "Nein." - "Kein Problem, die werden von uns -hüstel- gestellt."
S.L. war verwirrt. Seit wann brauchte man für ein Messer einen Waffenschein? Der Verkäufer
erklärte: "Um einen unerwünschten Briefeschreiber auszuschalten, sind
Schußwaffen eine sichere Alternative. Diese hier für nur DM 1699,-
ist für solche Zwecke perfekt geeignet." S.L. wurde ungehalten: "Hören
Sie mir nicht zu?! Ich will ein Messer!!"
Der Verkäufer lenkte ein. Er zeigte S.L. ein diamantenbesetztes Messer mit
Elfenbeingriff. "Wie wäre es denn mit diesem edlen Kunstwerk für nur
noch..." - "Wollen Sie mich ärgern? Ich brauche ein Messer, das für
meine Zwecke geeignet ist und kein Kunstwerk zum Rumprotzen!"
Langsam wurde die Situation für den Verkäufer unangenehm. Es wäre
wohl doch besser, die Wünsche der Kundin ohne viele Umwege zu befriedigen.
"Wie gefällt Ihnen dieses Messer?" - "Geht so" - "Was
halten Sie von diesem Messer?" - "Abstand" - "Können Sie dieses
gebrauchen?" - "Zu breite Klinge."
Der Verkäufer nahm von dem Vorhaben Abschied, möglichst viel Kohle
rauszuschlagen. Er präsentierte S.L. ein einfaches, billiges Messerchen.
S.L.: "Perfekt!" Sie schnappte das Messer, öffnete damit den Briefumschlag,
gab das Messer zurück und verschwand, den mordgierigen Gesichtsausdruck des
Verkäufers ignorierend.
S.L.
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