Warum ich die Motorräder manipulierte
Bevor sich der Haß aller Motorradfahrer auf mich richtet, weil
für meinen Mordversuch zwei Maschinen draufgegangen sind, schreibe ich
lieber eine Rechtfertigung, obwohl ich Rechtfertigungen hasse (was ich tue,
das tue ich, und wem es nicht gefällt, der soll keine Erklärung
verlangen).
Es geschah vor über zwei Jahren. Glücklich über meinen
grade erworbenen Führerschein, fuhr ich mit meinem Zweirad sinnlos
durch Bergheim. Ich passierte mehrere Ampeln, die auf grün geschaltet
waren und hielt an den roten Ampeln an.
Während ich eine grüne Ampel überquerte, die also für die
Fußgänger rot war, sah ich plötzlich zwei greise
Kaffeetanten, die rüstig über die Straße rannten. Ich raste
mitten in sie hinein; sie stürzten, ihr Kaffee wurde durch ganz
Bergheim geschleudert, und ich lag auch auf der Straße. Die beiden
göttlichen Winde fragten sich gegenseitig nach ihrem Wohlbefinden und
stellten fest, daß ihnen nichts fehlte. Während mein Fahrzeug
von einem freundlichen Passanten aufgehoben und auf den Bürgersteig
transportiert wurde, rappelte ich mich wieder auf und hielt Ausschau nach
den Überfahrenen. Doch ich fand sie nicht! Sie hatten es scheinbar
vorgezogen, einen neuen Kaffee zu kaufen, statt sich der Gefahr
auszusetzen, die Schäden an meiner Maschine zahlen zu müssen.
Ich schaute noch einmal genauer in meine Umgebung, und da entdeckte ich es
hinter einem Baum: Ein grausames Grinsen, gehörend Herrn Ratonie
R. Da wurde mir klar, in wessen Auftrag die Omas unterwegs waren. Ich
schwor blutige Rache und seitdem versuche ich, ihn zu töten. Es ist
schwer, denn er wehrt sich, indem er Gegenanschläge startet, doch am
Ende werde ich die Beste sein.
S.L.
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