Das Interview mit dem Teufel

Niemand läßt sich gerne bedrohen, am wenigsten die Mitarbeiter der SickNess. Doch in letzter Zeit tut genau dieses eine Person namens "Der Teufel", weshalb sich S.L., der die Drohungen gelten, dazu entschloß, den Teufel zu interviewen.
Doch leider machte S.L. in letzter Minute einen Rückzieher ("Dem Teufel persönlich ins Auge sehen? Da hab' ich viel zu viel... äh... Respekt vor!")
Also erklärte sich Nory Morse, unsere neue furchtlose Mitarbeiterin, dazu bereit, das Gespräch an S.L.'s Stelle zu führen.
Nachdem nun auch ein Medium gefunden war, konnte das Interview beginnen.

SickNess: Wer sind Sie wirklich?
Teufel: Der Teufel.
SN: Sind Sie körperlich oder nur ein Geflecht aus Gefühlen und Gedanken, da Sie ja Rainmans Körper als Medium gebrauchen?
T: Ich bin schon körperlich, aber ich kann mich jetzt nicht zeigen.
SN: Warum nicht?
T: Ich kann ja nicht mein wahres Ich zeigen; die Leute sollen mich erst in der Hölle kennenlernen, sonst ist die Illusion herausdiffundiert.
SN: Ihre Handschrift auf den Drohbriefen ist der von Herrn Ratonie R. sehr ähnlich. Wie wollen Sie das glaubwürdig erklären?
T: Das ist ganz einfach: Da ich das durch ihn geschrieben habe, ist das gar nicht meine Handschrift, sondern seine. Weil ein bißchen von mir mitgewirkt hatte, war es nicht ganz dieselbe Handschrift, aber das fällt nicht auf.
SN: Können Sie begründen, warum Sie andere Leute bedrohen?
T: Ja (grinst). Das ist halt der Sinn und Zweck meines Daseins; außerdem (überlegt) bedrohe ich mit Vorliebe Gottesboten (rülps).
SN: Sie haben aber eine sehr abwegige Meinung von S.L.
T: Ja..., denn S.L. ist halt auch so was wie Rainman und Herr Ratonie R. Gott spricht durch sie und je weniger Leute Gott hat, durch die er sprechen kann, umso mehr hört man auf mich.
SN: Können Sie Rainman und Herrn Ratonie R. dann nicht bedrohen, weil Sie sie als Medium brauchen?
T: Ich kann schon, weil ich auch andere Medien habe, aber das sind zwei sehr gute Medien.
SN: Welchen Sinn sehen Sie darin, die Jugend zu verführen?
T: Ach... naja... Befriedigung! Oder meinten Sie mehr das geistige Verführen?
SN: Ja, genau das meinte ich.
T: Die Jugend hat noch nicht so eine große Lebenserfahrung, die kann man besser manipulieren, so daß sie nette Anhänger von mir werden.
SN: Nette?!
T: Ja, für mich nette, für die Welt böse... wie man's nimmt.
SN: Warum schreiben Sie erst Drohbriefe? Liegt es nicht in meinen Fähigkeiten, die Leute sofort umzubringen?
T: Das liegt natürlich in meinen Fähigkeiten, aber wenn ich direkt jeden umbringen würde, dann verbau ich mir die Chance, diese Person doch noch zu manipulieren und in jeglicher Hinsicht zu mißbrauchen.
SN: Äh, ja. Wo befindet sich eigentlich Ihr Körper, während Sie gerade ein Medium benutzen?
T: Zuhause. In meinem Bett.
SN: So ganz ohne Inhalt?
T: Der Inhalt ist ja gerade in einem anderen Körper.
SN: Wie sind Sie zu dem geworden, was Sie sind?
T: Ich wurd's halt.
SN: Aus Szenebüchern geht hervor, daß Sie mal ganz nett waren und sogar der Liebling von Ihrem Boss waren.
T: (starrt auf seine Zigarette) Naja... so ganz stimmt das nicht. In Wahrheit hatte ich mal einen Schüler, der sich gegen mich aufgelehnt hat. Der wird jetzt von allen als Gott bezeichnet.
SN: Das ist sicherlich ein schweres Schicksal für Sie!
T: Ja, besonders, weil dieser Gott mehr Anhänger hat als ich. Aber ich sage immer: Bei dem kommt Quantität vor Qualität.
SN: Was sagen Sie zu Gerüchten, daß S.L. Ihre Lehren ansprechend findet?
T: Da halt ich voll gegen, denn Äußerlichkeiten, wie irgendwelche Totenköpfe, lassen den Eindruck entstehen, daß sie doch mehr mit mir zu tun hat; aber tief in ihrem inneren Herzen hat sie eine sehr, sehr gute Beziehung zu Gott, auch wenn sie es selber noch nicht weiß.
SN: Da ich S.L. sehr gut kenne, weiß ich, daß Sie lügen.
T: Das kann nicht sein, denn ich kenne sie noch besser. Aber vielleicht kann ich den Bastard noch aus ihr austreiben.
SN: Tatsache ist, daß S.L. Ihren Widersacher nicht sehr schätzt.
T: Wie gesagt, S.L. weiß noch nichts von ihrem PECH, daß sie zu Gott eine sehr gute Bindung hat. Noch denkt sie, sie wäre ihm fremd.
SN: Was geschieht mit Rainman, wenn Sie wieder zurück in Ihrem Bett sind?
T: Er wird dann wieder voll da sein, er wird von dem nichts merken.
SN Nun gut. Hören Sie mir zu: (sagt das Vater Unser auf)
T: Ja.
SN: Das berührt Sie gar nicht?
T: Nein. Denn Sie werden die Strafe noch kriegen. Außerdem ist das ein Beweis, daß Sie Gott mehr verbunden sind als mir.
SN: Wie können Sie mich so beleidigen?
T: Sie sagten vor dem Interview, sie seien für S.L. hier. Deshalb haben Sie die Fragen gestellt, die sie mir stellen wollte. Das Gebet gehörte dazu. Daraus schließe ich, daß S.L. gottesfürchtig ist, und Sie nicht.
SN: Also haben Sie mich gar nicht beleidigt?
T: Richtig.
SN: Mein Bein ist eingeschlafen. Sind Sie das schuld?
T: So'n Kleinkram. Das machen meine Gehilfen. Ich hab am Samstag ein Auto gegen einen Baum gelenkt.
SN: Aber nicht in Ihrem eigenen Körper.
T: Nein, nein. Ich habe einen fremden Körper genommen.
SN: Warum rauchen Sie eigentlich? Nur weil Rainman raucht oder rauchen Sie selber? Ist es wie mit der Handschrift?
T: Nein, immer wenn ich auf der Erde bin, habe ich Entzugserscheinungen. Denn im Fegefeuer, das qualmt ja schon ein bißchen. Es rauchen auch viele Leute wegen mir... nicht alle.
SN: Aber S.L.
T: Nein, gerade die nicht.
SN: Wie wollen Sie das denn sonst erklären?
T: Sie raucht, um ihrem Gott zu huldigen, genau wie einige Geistliche mit einem Weihrauchfaß durch die Straßen ziehen.
SN: Immer leugnen Sie, daß S.L. zu Ihren Anhängern gehört. Ist sie Ihnen etwa peinlich?
T: Nein, ich versuche ja stets, sie von mir zu überzeugen, aber sie will nicht.
SN: Warum wohl nicht?
T: Wie gesagt, sie hat halt eine ziemlich gute Beziehung zu Gott.
SN: Welche Beziehung haben Sie denn zu Schizo? Er scheint ja zeitweise Ihren Lehren zu folgen.
T: Schizo, das ist so ein Sonderfall. Ich und Gott, wir haben das vertraglich geregelt, daß mal ich und mal er ihn manipuliert.
SN: Das wirft ja die gesamte Psychologie über den Haufen!
T: (rülps) Ja!
SN: Vielen Dank für dieses Interview!

Zurück zum Archiv

  

Interview mit dem Teufel