Sjerkala - Fortsetzungsroman

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Teil 1

DIE PERSONEN:

Chester (23)
Chester ist ein rot- und langhaariger Krankhafter.

Zelda (21)
Chesters Freundin. Viele halten sie für merkwürdig.

Zodiac (25)
Er hat kaum anderes zu tun, als gegen seinen größten Feind Chester Krieg zu führen. Leider hechelt er auch Zelda hinterher.

Zoe (14)
Chesters kleine Schwester.

Iwan (19)
Zodiacs jüngerer Bruder hatte noch nie Probleme, das weibliche Geschlecht für sich zu begeistern.

und: Sjerkala...

Folgende Geschichte ereignete sich im Jahre 2017 in einer kleinen Stadt namens Rilided.

Chester ging mit seiner kleinen Schwester Zoe die 18. Straße hinunter. Sie waren auf dem Weg zu Zelda gewesen und jetzt dort angekommen.
Chester zog den Schlüssel zu Zeldas Wohnung aus seiner Hosentasche und schloß die Haustür auf. Am Abend würde er Zoe nach Hause bringen und endlich mit seiner Freundin allein sein können.
Sie betraten die Wohnung und gingen in das Wohnzimmer. Zelda saß da und starrte sie an. Ohne ein Wort der Begrüßung sagte sie: "Ches, irgendwas ist gar nicht gut. Irgendwas ist nicht richtig." - "Wie, nicht richtig?" - "Ich bin heute morgen wachgeworden und wußte sofort, daß was nicht stimmt." - "Ist denn was passiert?" - "Nein. Bis jetzt."
Super, dachte Chester, irgendwas ist nicht richtig und doch ist alles in Ordnung. Aber Zelda hatte mit solchen Gefühlen immer recht. Sie hatte einen Sinn, der jede Scheiße, die kommen sollte, schon Stunden vorher witterte. Das konnte er nur schwer nachvollziehen. Er selbst hatte weniger Intuition als eine abgestorbene Pflanze.
RRRRING.
"Scheißtelefon" flüsterte Zelda. "Das kann doch heute nur etwas Niederschmetterndes sein." Zu Chesters Überraschung grinste sie, als sie den Hörer abnahm.
"Yea?" so meldete sie sich immer am Telefon. Sie lauschte. "Was ist los?" Zelda drehte sich zu Zoe, die sich neugierig hinter sie gedrängt hatte und sie nun mit Fragen belästigte. Jetzt fauchte Zelda die Person am anderen Ende der Strippe giftig; aber zur selben Zeit auch völlig gleichgültig an: "Ja sicher. Ist klar. Tri-tra-trullala, oder was?!" und knallte den Hörer auf die Gabel.
"Wer war das denn? Hat der vom Kasperle gelabert oder was sollte das?" wollte Zoe wissen.
"Vom Kasperle nicht direkt. Da kam nur so 'ne monoton leiernde Stimme aus dem Hörer und wiederholte immer wieder den Satz: Sjerkala ist wieder da. Kann mir eventuell jemand von euch erklären, wer dieser Sjerkala ist?"
Keiner konnte. Eigentlich war es nur Zeldas Vorahnung, die sie alle daran hinderte, an eine Kinderstreich zu glauben und alles zu vergessen.

Wer ist Sjerkala? Hat Zeldas unfehlbare Intuition auch diesmal wieder recht? Sie werden es erfahren, nächstes Mal an dieser Stelle, denn:

Fortsetzung folgt!

Alina B. Vanes

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Teil 2

Was bisher geschah:

Zelda erhält einen anonymen Anruf: Jemand verkündet, eine Person namens Sjerkala sei wieder da.

Zodiac saß an einer Bushaltestelle, obwohl er auf keinen Bus wartete. Er war den ganzen Tag durch die Stadt gelatscht, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben.
Er hob seinen Kopf und sah Zelda. Er hatte sie nicht kommen hören. Sie konnte sich so furchtbar lautlos bewegen. Sie begrüßte Zodiac mit den Worten: "Ich kann nicht mal durch die Stadt gehen, ohne einem Wichser wie dir zu begegnen." Sie starrte ihn mit ihren blauen Augen an, die hinter den schwarzen Haaren eine bedrohliche Wirkung entfalteten. "Hey, Zelda, du bist nicht normal. Du weißt gar nicht, was du verpaßt. Jede ist hinter mir her. Ich hab sie alle gefickt. Wahrscheinlich sogar deine Mutter."
Zelda grinste: "Meine Mutter lebt seit 12 Jahren nicht mehr. Sie wurde ermordet. Sie hat den falschen Mann geheiratet." Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging.
Zodiac schaute ihr hinterher, bis sie um die Ecke verschwand. Diese Frau würde er nie durchschauen können und das störte ihn. Als er seinen Blick von ihr abwendete und sich eine Zigarette anzünden wollte, spürte er plötzlich einen kalten Hauch auf der Schulter. Ein Schatten legte sich über ihn und noch bevor er sich umdrehen konnte, hörte er hinter sich eine Stimme sagen: "Man nennt mich Sjerkala, ich werde dich töten."

Eine Stunde später ging Zoe in der Fußgängerzone Rilideds immer geradeaus; ziellos. Sie dachte an den Typ, der von diesem Sjerkala geredet hatte. Tri-tra-trullala, Sjerkala ist wieder da. Hahaha. Sjerkala; bekloppter Name, das.
Während sie so darüber nachdachte, betrat sie ein Cafe namens MORT. Gerade als sie sich an einen leeren Tisch setzen wollte, wurde sie unsanft angerempelt und fiel beinahe zwischen zwei Stühle.
"Mach die Augen auf, du Spinner! Ich will mich nicht plätten lassen!!"
"Hey - du bist doch die Schwester von diesem Chester, dem schwachsinnigen-"
"Paß auf, was du sagst! Außerdem weiß ich gar nicht, woher du mich kennst!"
Sie mußte wohl ihre Lautstärke etwas erhoben haben, denn eine Bedienung beteiligte sich sofort an dem beginnenden Streitgespräch, indem sie zu bedenken gab, daß ein solcher Lärm nicht erwünscht sei: "Wenn ihr nicht augenblicklich mit dem Rumgebrülle aufhört, dann fliegt ihr beide raus, klar!!"
"Na gut", sagte der junge Mann, der Zoe umgelaufen hatte, "setzen wir und hin und zoffen uns leise weiter."

Wer ist der Fremde? Wie wird Zodiacs Begegnung mit Sjerkala enden? Die Antworten auf diese Fragen werden nicht unverkündet bleiben, denn:

Fortsetzung folgt!

Alina B. Vanes

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Teil 3

Was bisher geschah:

Ein Typ namens Sjerkala hält sich in Rilided auf.
Zoe trifft in einem Cafe einen Fremden.

Iwan bestellte sich einen Kaffee, nachdem er sich mit Zoe (er wußte, daß sie so hieß) an den einzigen unbesetzten Tisch im Cafe MORT gesetzt hatte. Die kennt mich also wirklich nicht, dachte er, denn er war davon ausgegangen, daß sie ihn zumindest vom Sehen kannte, so wie er sie durch seinen Bruder Zodiac kannte.
Iwan betrachtete sie; sie hatte ein hübsches Gesicht und lange blonde Haare, die ihr ständig ins Gesicht fielen. "Besitzt du eigentlich einen Kamm oder eine Bürste? Oder soll dieses wirre Geflecht eine Frisur sein?"
"Bevor du mich grundlos beleidigst, beantworte bitte folgende Fragen: Wer bist du? Woher kennst du meinen Namen und meinen Bruder? Warum habe ich Angst, daß dein ekelhaftes Haargel in meinen Kaffee tropft?"
"OK, ich heiße Iwan. Meinen Bruder müßtest du eigentlich kennen, Zodiac."
"Oh. Ich wußte gar nicht, daß das Arschloch einen Bruder hat. Ja, ich kenn ihn, ist schließlich mit meinem Bruder verfeindet."
"Dann dürften wir eigentlich gar nicht zusammen hier sitzen und miteinander reden. Unsere Brüder könnten böse werden." Er lächelte und war erleichtert, als Zoe zurüchlächelte. Er hatte das feindselige Mädel wenigstens etwas erheitern können. Sie antwortete: "Ja. Wir sind Verräter."

Der komische Typ, den Chester von seinem Auto aus beobachtete, war ihm schon seit einer Weile aufgefallen. Er sprang sofort ins Auge; bei einer Größe von 2,10 m blieb es nicht nur bei einem ersten Blick, den man an ihn verschenken mußte. Deshalb war Chester besonders aufmerksam, als der auffällige Mensch seiner winzigen Begleitperson seinen Namen verriet. "Sjerkala. Meinen früheren Namen vergaß ich. Aber JEDER nennt mich Sjerkala." Sjerkalas Stimme war auf große Entfernung zu hören, als wollte er ganz Rilided über seine Anwesenheit informieren. Er trug eine Nietenlederjacke mit unzähligen Ketten und sonsstigen klirrenden oder scheppernden Accessoires, die bei jedem seiner Schritte furchtbare Geräusche erzeugten. Sjerkala hatte kurze fettige Haare, und das Gesicht - es hatte etwas Vertrautes für Chester.
"Ich suche ZELDA. 'Ne verdammt geile Tussi, die muß dir aufgefallen sein." dröhnte Sjerkala seinen Begleiter an. Chester hielt den Atem an, um jedes Wort mitzubekommen.
"Nein, nein, nein, kenne ich nicht." antwortete der kleine Mann zitternd, während er geräuschintensiv alle seiner Fingernägel wegkaute. "Glauben Sie mir, ich kenn keine, die so heißt, nein!"
"Dann brauche ich dich nicht mehr. Ich habe keinen Gebrauch mehr für dich. Deine Existenz ist jetzt sinnlos." Mit diesen Worten packte er seinen Begleiter, schleifte ihn zu einem in der Nähe stehenden großen Baum und schlug seinen Kopf heftig gegen den harten Stamm - immer und immer wieder. Als sein Opfer leblos auf dem Boden lag und Sjerkala sein lautes Lachen beendet hatte, drehte er sich zu Chester um, als hätte er die ganze Zeit über von seiner Anwesenheit gewußt, und grinste auf eine Weise, die keine Fragen über seinen Geisteszustand offenließ.
"Scheiße." Chester warf seine erst halb gerauchte Zigarette aus dem Wagenfenster, startete den Motor und fuhr davon.

Sjerkala scheint nicht ganz normal im Kopf zu sein. Was hat er mit Zelda zu tun? Unterdrücken Sie Ihre Neugier bis zur nächsten Ausgabe, denn:

Fortsetzung folgt!

Alina B. Vanes

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Teil 4

Was bisher geschah:

Zoe und Iwan treffen sich in einem Cafe.
Ein Irrer namens Sjerkala hält sich in Rilided auf.
Zodiac hat eine Begegnung mit Sjerkala.

Zelda wußte schon seit Stunden von Sjerkala. Sie wußte, daß er sie suchte, warum auch immer. Chester war verdammt aufgebracht gewesen, als er ihr erzählt hatte, was geschehen war. Und schon seine Stimmung hatte sie sofort alarmiert. Sonst war er der Obercoole, der ums Verrecken keine Gefühle zeigen wollte. Und vor drei Stunden...
Deshalb fand sie es extrem merkwürdig, daß sie kaum überrascht oder erschrocken war, als sie um die Straßenecke bog und plötzlich einem über zwei Meter großen Kerl gegenüberstand, der sich vorstellte mit den Worten: "Man nennt mich Sjerkala, ich werde dich töten."

Zoe hatte schon ihren vierten Kaffee vor sich stehen, Iwan seinen zweiten. Besser wär umgekehrt, vermutete sie. "Wenn ich viel Kaffee trinke, werde ich ganz irre", gestand sie. "Bist du sowieso." sagte Iwan. "Ich finde dich jedenfalls irre. Ehrlich, wenn ich daran denke, daß ich dich immer für ein dummes Huhn gehalten hab, obwohl ich dich gar nicht kannte, muß ich zugeben, daß du echt okay bist." Zoe wurde rot, oder war sie es schon gewesen? Sie merkte es und fragte sich selbst, ob es an dem Kaffee lag oder an Iwan. Ich glaub, ich hab mich verknallt. Iwan grinste wieder und Zoe befürchtete fast, er hätte ihre Gedanken gelesen. Er sagte: "Gehen wir raus oder wollen wir den ganzen Tag in dieser Bude verbringen?" Iwan zahlte, und als sie das Cafe verließen, legte er seinen Arm um Zoes Schulter.

Auf der Suche nach Zelda irrte Chester seit Stunden durch Rilided. Da war sie endlich, seine vielvermißte Intuition. Jetzt war er derjenige, der genau wußte, daß etwas abgrundtief Beschissenes abging.
Er ging in einem unbelebten Winkel des Stadtparks. Während die Sorge um Zelda seine Gefühle immer weiter abtötete, legte sich eine blutverkrustete Hand aus einem Gebüsch um seinen Knöchel und hielt ihn zurück. Chester konnte ein Umfallen nach vorne verhindern und senkte den Blick, um das zur Hand gehörende Gesicht zu erfassen.
"Ach Scheiße, du bist das!" stöhnte Zodiac, der Besitzer des Gesichtes. Hätte Chester nicht andere Sorgen gehabt, wäre er in ein boshaftes, lautes Lachen ausgebrochen, als er seinen Erzfeind wie einen plattgefahrenen Frosch zwischen den Bäumen und Büschen liegen sah.
Zodiac kroch in seine Richtung und versuchte scheinbar, Chester zu ignorieren, um aus eigener Kraft seinen Lagerort zu verlassen. Chester bemerkte: "Mann, siehst du gefickt aus!" und trat Zodiac ins Gesicht; dieser sackte mit einem weiteren Blutstrom aus der Nase wieder zusammen und keuchte kichernd: "Laß die Scheiße du Sack. Mir geht's blendend. So'n Weichei wie Sjerkala kann mir doch nichts." Chester vergaß, irgendeine weitere Bewegung zu tätigen und sagte nach einer langen Pause: "Scheiße, wir müssen Zelda finden. Danach kannst du gerne verrecken."

Zelda trat Sjerkala in Ermangelung einer besseren Idee erst einmal in die Eier. Diese Aktion hatte absolut keine Wirkung; Sjerkala schnaubte nicht einmal. Er lachte sogar. Ist der total verdreht? Der lacht, wenn er einen Stiefel mit Stahlkappe im Sack hat. "Ich finde es total geil, wenn 'ne Frau sich wehrt. Das macht mich richtig scharf!" Die Stimme, war Zelda sehr sicher, hatte sie schon mal gehört. Ihr wurde kotzübel. "Wie wär's? Mein Schwanz ist so lang wie der Baum--" Er hielt plötzlich inne. "Duu?" sagte Sjerkala, "Duu? Ich wußte doch, daß du noch in diesem Asi-Kaff lebst. Und genau dich habe ich gesucht!" Zelda war ratlos. Jetzt wagte sie das erste Mal, dem Fremden ins Gesicht zu sehen. Ich kenn dich nur zu gut, du Sack, aber wer bist du? überlegte sie.
Sie starrte weiter in sein Gesicht, versuchte zu kapieren, bevor ihr Hals ausgerenkt sein würde. Dann erkannte sie ihn wieder: "Mein Alter..."

Wie es weitergeht, erfahren Sie im nächsten und letzten Teil des Fortsetzungsromans, denn Sie wissen ja:

Fortsetzung folgt!

Alina B. Vanes

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Teil 5

Was bisher geschah:

Zoe und Iwan finden Gefallen aneinander.
Zelda muß feststellen, daß sie Sjerkala schon lange kennt.

Zelda hatte keine Möglichkeit zur Flucht, denn Sjerkala stand vor ihr und wenn sie sich umdrehte, stand er immer noch vor ihr. Er umkreiste sie, und während er das tat, fing er mit Smalltalk an: "Warum hast du dir deine blonden Haare so scheußlich schwarz gefärbt? Ach übrigens, der Typ, den ich kennengelernt habe, als ich kurz in der Klapse war, dachte, ich wollte dir was und hat dich angerufen." Zelda hörte nicht zu, sondern suchte unaufhörlich nach einem Fluchtweg. Doch es gab keinen möglichen Weg. Sjerkala plauderte weiter: "Ich dachte mir, ich besuche dich mal und hol dich wieder nach Hause. War nicht nett von dir, einfach abzuhauen. Und das als kleines Kind!"
Zelda dachte an das Messer in ihrem Stiefel. Rilided war ein Scheißpflaster, alle Asis der Welt schien es magisch dorthin zu ziehen, so daß man ein Messer dabeihaben sollte. Sie sah kurz auf Sjerkala; er starrte in die Ferne, während er irgendwas aus Zeldas Kindheit erzählte. In einer kaum merklichen Geschwindigkeit bückte sich Zelda, griffin ihren Stiefel und erhob sich wieder. Sjerkala schaute immer noch weg. DIE Gelegenheit! Hätte sie ihr Messer nicht zuhause liegengelassen, wäre es perfekt gewesen.

Chester und Zodiac suchten immer noch. Schließlich fanden sie sie. Aber nicht Zelda, sondern Zoe. Sie knutschte mit Iwan rum. Als Chester Zodiacs blutiges Grinsen sah, schlug er unkontrolliert auf ihn ein: "Wie kannst du diese Mißgeburt auf meine kleine Schwester ansetzen! Har, alles klar, und Sjerkala war wohl auch deine Idee! Vielleicht ist er ja dein Papi, der Zelda ermorden soll, weil du es nicht schaffst, sie zu ficken!" Chester war so aufgebracht, daß er nach Luft schnappen mußte, um nicht zu ersticken. Zodiac nutzte diese momentane Schwäche aus und trat auf Chester ein.
Iwan entdeckte die Prügelei und rannte mit Zoe auf die beiden zu. Diese bemerkten sie nicht, denn sie hatten scheinbar vor, sich gegenseitig umzubringen und schrien sich dabei an. Aus diesen Wortschwallen erkannten Iwan und Zoe, was Sache war. Iwan sah seine neue Freundin kurz an und fragte: "Sollen wir uns auf die Suche machen?" Doch Zoe sagte nur: "Ich hab Angst, Iwan", also mußte er sie mitzerren.

Sjerkala hatte seine Anekdoten mittlerweile beendet. Er packte seine Tochter und zog sie hinter sich her, und als sie drohte, Rilided niederzubrüllen, meinte er knapp: "Das ist den Leuten hier sowieso scheißegal." Zelda wußte, daß er recht hatte. "Was willst du überhaupt? Mich einsperren? Soll ich jetzt für dich kochen und deine Wäsche bügeln oder was?" -- "Ich will dich einfach um mich haben. Das mit dem Einsperren war gar nicht mal so falsch." -- "Hör auf, so zu ziehen, sonst hast du meinen Arm abgerissen.! Dann kannst du den vollsülzen, bis er dir in die Fresse schlägt." Und jetzt schrie Zelda wirklich. Sjerkala ignorierte das; er ließ sie weiterschreien, bis sie fragte: "Hey, warum hast du Mama totgeschlagen?" Sjerkala blieb stehen und Zelda war erleichtert, daß der Arm, an dem sie rumgezerrt wurde, jetzt kurzzeitig entlastet war. "Sie ging mir auf die Nerven. Ich konnt' sie nicht mehr ertragen. Da hab ich sie vernichtet. Tut mir leid, Kind." Er setzte sich wieder in Bewegung, und es fiel ihm auf, daß da zwei vor ihm standen. Ein junger Mann mit einer furchtbaren Gelfrisur und ein Mädchen, fast noch ein Kind, das sofort zu kreischen anfing. Er ließ Zelda los, um sich dem jungen Paar zu widmen. Er ging langsam auf sie zu, und mit jedem Schritt gingen die beiden einen Schritt zurück. Er wollte sie zerstören, weil sie ihn mit ihrer Angst nervten.
Plötzlich sprang ihm etwas in den Rücken und klammerte sich an ihm fest. Eine Katze? dachte er, bis er Zeldas Stimme in seinem Ohr hörte: "Sag tschüß Welt." Sie schlitzte ihm mit einem Gegenstand, den er nicht erkennen konnte, die Kehle durch, das Gesicht in Fetzen und die Augen aus. Zelda sagte: "So ein Mercedesstern ist doch sehr multifunktional. Har, har, har!" Ja, er erinnerte sich. Da hatte so eine Scheißkarre gestanden. Er hatte Zelda nicht für so gemein gehalten. Wie konnte sie sowas tun? Er hatte keinen Bock mehr. Enttäuscht von der Welt und vom Leben ließ er sich auf die Straße fallen. Er hatte nichts Besseres zu tun, als zu sterben, mit dem Gekreische der kleinen Blondine im Ohr.
Iwan hielt die hysterische Zoe in den Armen und beobachtete Zelda, wie sie auf der Straße, auf der Sjerkala lag, verstört und mit leerem Blick hin und her lief. Aus der Ferne kamen Chester und Zodiac angerannt. Zodiac sah Sjerkala: "Den kenn ich doch. Tot?" Zelda antwortete: "Nicht ganz, aber fast. Und was sollen wir mit ihm machen? Anzünden?" Die anderen sahen Zelda fragend an, erkannten, daß sie es ernst meinte, und suchten ihre Autos auf, um Benzin zu holen.

-- ENDE --

Alina B. Vanes

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